Fakten zur Photovoltaik 2017 - Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE

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Deutschland lässt das fossil-nukleare Energiezeitalter hinter sich. Photovoltaik (PV) wird in unserer nachhaltigen Energiezukunft eine bedeutende Rolle spielen. Die vorliegende Zusammenstellung aktueller Fakten, Zahlen und Erkenntnisse soll eine gesamtheitliche Bewertung des Photovoltaik-Ausbaus in Deutschland unterstützen.

Fakten zur Photovoltaik (ISE - Freiburg) - Januar 2013

Deutschland lässt das fossil-nukleare Energiezeitalter hinter sich. Photovoltaik wird in unserer Energiezukunft eine bedeutende Rolle spielen. Die 2013 erschienen Studie des Fraunhofer Instituts für solare Energiesysteme ist eine Zusammenstellung aktuellster Fakten, Zahlen und Erkenntnisse.

Sie können es hier herunterladen:

ISE_Fakten_zur_Photovoltaik_08_01_2013.pdf

Technischer Leitfaden für die Installation von Photovoltaikanlage (VDE)

Thematisch werden in diesem Leitfaden brandschutztechnische, mechanische, elektrotechnische und sicherungstechnische Aspekte sowie der Einsatz von Feuerwehren in Verbindung mit Photovoltaikanlagen behandelt

VDE_Technischer_Leitfaden_Photovoltaikanlagen.pdf

Beispielhafte Praxislösungen der Fa. OBO-Bettermann

Hier finden Sie als Praxisbeispiel ein Prospekt der Fa. OBO-Bettermann über alle wesentlichen Elemente zum Aufbau und sicheren Betrieb von Photovoltaik-Anlagen:

100% Erneuerbare Energien - Studie des ISE Freiburg

Die derzeitige Diskussion um die Energiewende ist stark geprägt von wichtigen aktuellen Entscheidungen über die Ausgestaltung der politischen Instrumente wie z. B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und von sehr kontrovers geführten Diskussionen.

Inhalte dieser Diskussionen betreffen z. B. den Umfang des Umbaus der elektrischen Netze oder den Bedarf an zusätzlichen Pumpspeicher-Kraftwerken und schnell reagierenden Gaskraftwerken. In dieser Studie wollen wir etwas Abstand von den tagespolitischen Diskussionen zum Thema Energiewende nehmen und eine kleine Zeitreise unternehmen – sagen wir in das Jahr 2050.

Wie könnte dann die Energieversorgung Deutschlands (Strom und Wärme) aussehen? Können wir uns dann zu 100 % mit erneuerbaren Energien versorgen? Welche Techniken werden dafür verwendet? Und wie teuer ist der Betrieb eines solchen Energiesystems?

Um diese Fragen solide und fundiert beantworten zu können, hat das Fraunhofer Institut für Solare Energiesystem in Freiburg ein physikalisches Modell für das Energiesystem Deutschlands erstellt, und zwar ein Modell, bei dem der Bedarf an Strom und Wärme zu 100 % mit erneuerbaren Energien gedeckt wird.

Es handelt sich um ein Extrem-Szenario, bei dem erstens keine fossilen Energien mehr benötigt werden und bei dem zweitens auch kein Energie- (Strom-) Austausch mit den Nachbarländern stattfindet bzw. stattfinden muss.

studie-100-erneuerbare-energien-fuer-strom-und-waerme-in-de.pdf

Umsatz- und Gewinnentwicklung ausgewählter Unternehmen der Photovoltaikbranche 2010/2011

Umsatz- und Gewinnentwicklung ausgewählter Unternehmen der Photovoltaikbranche jeweils in den ersten drei Quartalen der Jahre 2010 und 2011

 

In der vergangenen Woche gab das amerikanische Unternehmen First Solar bekannt, sein Werk in Frankfurt an der Oder zu schließen. Die Entscheidung, so erklärte Bundesumweltminister Norbert Röttgen, ist ein schwerer Schlag für die 1.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer Region, die große Hoffnungen in die Photovoltaikindustrie gesetzt hat. Vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt Meldungen über die äußerst angespannte Lage auf dem Photovoltaik-Weltmarkt. Gleichzeitig kündigte First Solar an, auch einen Teil seiner Produktionsstätte in Malaysia still zu legen. Dort sind 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betroffen. Was ist der Hintergrund dieser globalen Entwicklungen?

Tiefrote Zahlen trotz Rekord-Zubaus in Deutschland. Warum?

Vorwürfe und Erklärungsversuche, dass die am 29. März im Deutschen Bundestag (die Entscheidung des Bundesrates steht noch aus) verabschiedete Vergütungsanpassung für die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen Ursache für die schwierige Branchensituation sei, gehen an der Realität vorbei und blenden die dramatische Entwicklung auf dem Weltmarkt für Photovoltaikmodule aus. Die tiefroten Zahlen vieler Hersteller sind entstanden, obwohl in 2010 und 2011 in Deutschland jeweils Photovoltaik-Module mit einer installierten Leistung von 7.500 MW ans Netz angeschlossen wurden. Zur Verdeutlichung: Im Jahr 2010 entsprach dies einem deutschen Anteil an den weltweit installierten Modulen von über 40 Prozent. Diese Entwicklung setzt sich fort: Schon jetzt ist absehbar, dass der Zubau in Deutschland auch in diesem Jahr den Zielkorridor von 2.500 bis 3.500 MW übertreffen wird. Darauf deutet der Zubau im 1. Quartal 2012 hin, der nach ersten Auswertungen deutlich über den Zahlen für das Vergleichsquartal des Vorjahres liegt.

Wie konnte es zu dieser Entwicklung kommen?

Eine der wesentlichen Ursachen ist der rapide und ungebremste Preisverfall für Photovoltaikmodule aufgrund massiver weltweiter Überkapazitäten. Bereits im Jahr 2010 stand einem Weltmarktvolumen für Photovoltaikmodule von 19.000 MW eine Produktionskapazität von 40.000 MW gegenüber. 2011 verschärfte sich die Situation dramatisch: Einem Weltmarktvolumen von 27.000 MW stand eine weltweite Produktionskapazität von 60.000 bis 70.000 MW gegenüber.

Selbst bei einem erneuten Rekord-Zaubau von 7.500 MW in Deutschland könnte der Produktionsüberhang nicht abgebaut werden, da die weltweite Produktionskapazität nahezu das zehnfache beträgt. Dieser ruinöse Wettbewerb der Hersteller kennt fast ausschließlich Verlierer.

Quelle: BMU, 25.04.2012

Smart Grids - Initiativen der HSE

Den entscheidenden Wandel vom klassischen Energieversorger hin zu einem nachhaltigkeitsorientierten Energiedienstleister hat die Darmstädter HSE vollzogen. Dies betrifft sowohl das eigentliche Geschäftsmodell, als auch die notwendigen internen Veränderungsprozesse.

"web2energy" heißt die zukünftige Strategie zu intelligenten Stromnetzen mit breitem Einsatz erneuerbarer Energien.

Hier finden Sie weitere Informationen:

www.web2energy.com

ForumIIFenn.pdf


HSE forciert Ausbau der Windenergie

Darmstädter Echo, 02.12.2009

Die Heag Südhessische Energie AG (HSE) baut ihr Öko-Engagement aus. Der Darmstädter Versorger beteiligt sich dazu am Windpark Havelland, der den Angaben zufolge 40 Kilometer nordwestlich von Berlin liegt und aus 83 Windkraft-Anlagen besteht. ,,Das ist ein weiterer Mosaikstein in unserer Strategie, die erneuerbaren Energien auszubauen, und stärkt unsere Unabhängigkeit vom derzeitigen Erzeuger-Oligopol", teilte HSE-Vorstandsvorsitzender Albert Filbert gestern in Darmstadt mit.

Die HSE investiert für die 12,5-Prozent-Beteiligung insgesamt 28 Millionen Euro. Weiter sind an dem Energieprojekt in Brandenburg die Frankfurter Mainova mit ebenfalls 12,5 Prozent beteiligt sowie die Stadtwerke München als Mehrheitseigner mit 75 Prozent. Der Ökostrom wird seit diesem Montag in die Netze der Versorger eingespeist.

Der Windpark soll jährlich 315 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Der Anteil der HSE beträgt damit rund 39,5 Millionen Kilowattstunden. Damit können laut HSE rechnerisch etwa 15 700 Haushalte versorgt werden. Für die Erreichung der Klimaziele ist es Filbert zufolge eben nicht ausreichend, lediglich Ökostrom zu handeln und zu vertreiben. ,,Es sind nachhaltige Investitionen notwendig, damit auch eine Reduzierung von CO<texttief>2</texttief> gelingt", betonte der HSE-Chef. Der Darmstädter Versorger werde daher weiter in Windkraft investieren - sowohl zu Wasser als auch zu Land.

Die HSE hat sich bereits am Bau eines Windparks mit 80 Windrädern in der Nordsee beteiligt. Bis zum Jahr 2015 will der Konzern insgesamt eine Milliarde Euro für den Ausbau der erneuerbaren Energien aufwenden. Bis zu diesem Zeitpunkt soll ein Fünftel der Strommenge, die die HSE über ihre Vertriebstochter Entega verkauft, über eigene HSE-Anlagen ins Stromnetz eingespeist werden. Geplant und errichtet wurden die Windräder vom Unternehmen WPD (Bremen), das auch die Betriebsführung für die Investoren übernehmen wird.

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Rendite mit Solaranlagen

Nach: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.08.2009

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) schreibt in der Ausgabe vom 30. August über die guten Förderbedingungen für Solaranlagen. Nach internen Berechnungen der F.A.S. rechnen diese sich nicht nur in den sonnenreicheren südlichen Städten in Deutschland, sondern auch beispielsweise im Harz.

Bei den angestellten Berechnungen wurde für einen Zeitraum von 20 Jahren eine erzielbare Mindestrendite von 5% errechnet, die bei einer längeren Nutzung der Anlage (möglich sind 25 Jahre) entsprechend höher ausfallen kann. Neben der garantierten Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) führen auch die deutlich gesunkenen Preise für Solarmodule (bis zu -30% seit Ende des letzten Jahres) von ehemals 4.000 Euro pro Kilowatt Leistungskapazität auf nunmehr ca. 3.000 Euro zu einer höheren Wirtschaftlichkeit für den Betreiber. Hier tat auch der Wettbewerb von ausländischen Anbietern - vor allem aus dem asiatischen Raum - sein übriges.

Das Blatt geht davon aus, dass im Jahr 2009 weiterhin attraktive Bedingungen für die Investition in eine eigene Solarstromanlage gelten. Dagegen sinkt im nächsten Jahr die Einspeisevergütung um 8%, von aktuell 43,01 Cent pro Kilowattstunde auf dann 39,57 Cent . Die dann zu erwartende Rendite der im nächsten Jahr installierten Anlagen dürfte niedriger ausfallen, abhängig von der weiteren Entwicklung der Modulpreise.

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Desertec: Wüstenstrom für Europa ist eine Fata Morgana

von Prof. Dr. Herrmann Scheer (MdB, Präsident von Eurosolar)
Bonn, 13. Juli 2009 (Quelle: Homepage von Herrmann Scheer)

Bild anklicken: Download des "Whitebook" als pdf-Datei

Das Desertec-Projekt "Saharastrom für Nordeuropa" ist eine Fata Morgana. Die Initiatoren selbst wissen: Daraus wird nie und nimmer etwas. Dabei könnte Desertec wirklich eine gute Idee sein. Wenn es darum ginge, den Sahara-Staaten zu helfen, ihre eigene Energieerzeugung vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen, würde ich den Desertec-Plan uneingeschränkt begrüßen. Dies wäre ein zentraler Beitrag der EU für eine stabile wirtschaftliche und soziale Perspektive der südlichen Mittelmeerländer und zugleich ein enormer Beitrag zum Klimaschutz. Aufgrund des dortigen Solar- und Windpotenzials wäre es sogar in weniger als 20 Jahren möglich, die Stromversorgung dieser Länder vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen. Daraus können sie erheblich höheren wirtschaftlichen Nutzen ziehen als durch Stromexporte nach Europa.

Aus mehreren substanziellen Gründen ist das jetzt präsentierte Desertec-Konzept eines großangelegten Solarstromexports nach Europa höchst fragwürdig. Die erwarteten Kosten werden künstlich heruntergerechnet. Und die praktischen Reduzierungsmöglichkeiten des Baus der Stromtrassen werden grob überschätzt. Selbst wenn der Plan, 15 Prozent des EU-Strombedarfs zu Investitionskosten von angeblich 400 Milliarden Euro realisierbar wäre, so wäre das keineswegs kostengünstiger als eine Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien innerhalb der EU selbst. Allein in Deutschland wurde seit 2000 – also innerhalb von neun Jahren – der Stromerzeugungsanteil aus Erneuerbaren Energien auf 15 Prozent gesteigert, mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Milliarden Euro. Die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde sinken laufend.    

Unbeachtet vom Desertec-Konzept bleiben auch die neuen technologischen Möglichkeiten zur Speicherung von Sonnen- und Windstrom innerhalb Europas. Mit dem zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien innerhalb Europas ergibt sich die Notwendigkeit schnell zuschaltbarer dezentraler Regelkraftwerke statt des Baus von Grundlastkraftwerken in der Wüste.

Die dezentrale Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien hierzulande mit zahlreichen Produzenten wird in absehbarer Zeit zu 100 Prozent kostengünstig und flexibel möglich sein. Kürzlich fand in Kassel eine Konferenz statt, bei der 90 deutsche Kommunen und Landkreise ihre konkreten Konzepte vorstellten, wie sie bis spätestens 2030 zu hundertprozentiger Stromversorgung aus lokalen und regionalen Quellen kommen. Darin steckt die Dynamik Erneuerbarer Energien. Ein wahres Großprojekt, nämlich das Gegenkonzept zu Desertec, ist schon seit 2000 in vollem Gang: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das schon hundertausende Investoren hervorgebracht hat.

Wer Desertec befürwortet, muss außerdem eine andere Kernfrage beantworten: wo künftig die Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien stattfindet. Es ist ein fundamentaler volkswirtschaftlicher Unterschied, ob sie dezentral produziert werden, die Wertschöpfung also dezentral erfolgt, oder durch Großkraftwerke mit konzentrierter monopolisierter Wertschöpfung.

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Förderung des Eigenverbrauchs von Solarstrom

Quelle: Solarenergie-Förderverin Deutschland e.V. (22.07.09)

Neuregelung in § 33 (2) EEG 2009

Mit solarerwärmten Wasser zu duschen und zu heizen, wird von Besitzern solarthermischer Anlage aus psychologischer Sicht als besonders angenehm empfunden, erhält man doch den Lohn seiner Öko-Investition direkt als wohlig warmes Gefühl auf der Haut.

Ein ähnlicher psychologischer Investitionsanreiz könnte der Selbstverbrauch des auf dem Dach erzeugten Solarstroms sein. Leider war dies aus wirtschaftlicher Sicht bisher nicht ratsam, da Anlagenbetreiber nur dann eine nach EEG festgelegte Vergütung erhielten, wenn der erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist wurde. Diese Situation wird jedoch mit Inkrafttreten des neuen EEG zum 01.01.09 geändert.

Für Solarstromanlagen bis 30 kWp, die ab dem 01.01.2009 angeschlossen werden, bietet der Gesetzgeber in § 33 (2) künftig folgende Möglichkeit an:

  • Anlagenbetreiber können ihren Solarstrom teilweise oder vollständig selbst verbrauchen und erhalten dafür eine festgelegte Vergütung (Inbetriebnahme 2009 = 25,01 Ct/kWh).
  • Den nicht verbrauchten Anteil des erzeugten Solarstroms können sie weiterhin in das öffentliche Netz zum regulären Vergütungssatz (Inbetriebnahme 2009 = 43,01 Ct/kWh) einspeisen.
  • Bedingung hierfür ist, dass der Strom in unmittelbarer räumlicher Nähe von Anlagenbetreibern oder Dritten selbst verbraucht wird und die Höhe des Verbrauchs exakt nachgewiesen wird.

 

In der Begründung zu § 33 (2) EEG 2009 heißt es hierzu:

"Der Anspruch auf Vergütung für selbst genutzten Strom ist neu in das EEG aufgenommen worden und soll einen Anreiz setzen, Strom aus Erneuerbaren Energien selbst dezentral zu verbrauchen. Statt den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen und im Gegenzug anderen Strom zum Eigenverbrauch aus dem Netz zu entnehmen, wie es heute häufig geschieht, soll eine Eigenenergieversorgung erfolgen.

Die Vergütung für selbst genutzten Strom liegt 18 Cent niedriger als die in Absatz 1 und 2 für Anlagen mit einer installierten Leistung von 30 Kilowatt vorgesehene Vergütung. Grund für die niedrigere Vergütung bei einem Eigenverbrauch ist, dass der Durchschnittpreis für Endkunden nach Angaben des BDEW bei ca. 20 Cent pro Kilowattstunde liegt. Die Kosten, die der Kunde hätte, wenn er den Strom einkaufen würde, müssen bei einer Vergütung von selbst genutztem Strom abgezogen werden. Dies vermeidet übermäßige Gewinne für den Anlagenbetreiber und Kosten für die Stromverbraucher. Dadurch, dass bei der Eigennutzung von Strom letztlich ein geringerer Preis anfällt (da von der Vergütung nur 18 Cent und nicht die üblichen Kosten in Höhe von 20 Cent abgezogen werden), soll ein Anreiz für die Eigennutzung geschaffen werden."

Diese neue Möglichkeit des Eigenverbrauchs könnte für künftige Anlagenbetreiber auch aus finanzieller Sicht von Vorteil sein, denn bereits bei einem Strombezugspreis von ca. 20 Ct/kWh (netto) ist es überlegenswert, den Strom selbst zu verbrauchen. Denn - die Summe aus vermiedenen Strombezugskosten (z.B. 20 Ct/kWh) und Eigenverbrauch-Vergütung (25,01 Ct/kWh) liegt bereits über der herkömmlichen Vergütung für Volleinspeisung (43,01 Ct/kWh). Wenn die Strombezugskosten in den nächsten Jahren weiter ansteigen, so wird sich die Summe aus diesen beiden Posten immer weiter erhöhen, da die Vergütung von 25,01 Ct je kWh Solarstrom-Eigenverbrauch die Dauer von 20 Jahren und x Monaten ab Inbetriebnahmezeitpunkt festgeschrieben ist.

Wichtig: Bei der Beurteilung der Rentabilität des Eigenverbrauchs von Solarstrom ist darauf zu achten, dass einige Stromversorger die Höhe der Strombezugskosten an die Verbrauchsmenge koppeln. Ein geringerer Strombezug aus dem öffentlichen Netz - hervorgerufen durch den Solarstrom-Eigenverbrauch - könnte mit höheren Strombezugskosten einhergehen. Es ist daher anzuraten, sich im Vorfeld umfassend zu informieren und solche Stromanbieter zu wählen, bei denen die Tarife unabhängig von der Strombezugsmenge festgelegt werden oder aber bei Niedrigbezug nur geringfügig wachs

Anlagenkonzept bei Eigenverbrauch

Wer sich für den Eigenverbrauch von Solarstrom interessiert, muss seine Solarstromanlage so konzipieren, dass der erzeugte Solarstrom in das Hausnetz eingespeist UND in das öffentliche Netz geleitet werden kann. Dieses Anlagenkonzept sollte optimalerweise bereits bei Installation der Anlage durchgesetzt werden. Aber auch eine nachträgliche Änderung ist aus rechtlicher Sicht unproblematisch. Anlagenbetreiber sollten sich deshalb nicht irritieren lassen, wenn Netzbetreiber bereits bei Inbetriebnahme der Anlage eine endgültige Entscheidung einfordern.

Die Anlage muss so installiert sein, dass der Wechselrichter direkt hinter den Solarmodulen angeordnet ist, um den erzeugten Gleichstrom vor Einspeisung in das Hausnetz in Wechselstrom umzuwandeln. Außerdem müssen genaue Nachweise erbracht werden, wieviel Kilowattstunden Solarstrom eigenverbraucht und wieviel netzeingespeist wird.

Die Technischen Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz (TAB 2007) wurde im April 2009 ergänzt. (Download unter Ergänzung zur Technischen Anschlussbedingung für den Anschluss an das Niederspannungsnetz (Apr.09)) Diese Ergänzung dient dazu, die Umsetzung der in § 33 Abs. 2 EEG2009 festgelegten Eigenverbrauchsförderung und dessen Auswirkungen auf Zählerplatz und Messung zu regeln.

Wichtig: Da es sich bei diesen technischen Anschlussbedingungen um ein empfehlendes Regelwerk des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und eben nicht um eine gesetzliche Verpflichtung handelt, sind Abweichungen durchaus möglich und in Details auch empfehlenswert. Im folgenden wird darauf noch detailliert eingegangen.

 

Zur exakten Abrechnung des eigenverbrauchten Stroms ist die in der untenstehenden Graphik 1 aufgezeigte Anordnung der Zähleinrichtungen sinnvoll.

Zähleinrichtungen:
Solarzähler (Zs): Zählung des insgesamt erzeugten Solarstromes

  •  Dieser Zähler kann vom Anlagenbetreiber selbst gestellt werden.
  •  Er muss eine gültige Eichung aufweisen.
  •  In der o.g. Ergänzung zur TAB 2007 vom April 2009 wird zusätzlich gefordert, dass nur ein Zähler mit Rücklaufsperre genutzt werden darf. Die Erfüllung dieser TAB-Anforderung könnte mit unnötigen Zähleranschaffungskosten verbunden sein, wenn der Wechselrichter (wie bei modernen Herstellern üblich) keinen oder einen geringen Eigenverbrauch aufweist. Kostengünstiger wäre es dann, einen einfachen, vor- und rückwärtzzählenden Zähler zu nutzen. Zu Zählerkosten können Sie sich bei der Deutschen Zählergesellschaft (http://www.dzg.de) informieren.
  • Laut Ergänzung zur TAB 2007 (S. 6/7 Nr. 5 "Ausgestaltung des Zählerplatzes) muss der Solarzähler im zentralen Zählerschrank untergebracht werden. Eine kostengünstigere Variante wäre allerdings eine einfache Hutschienenzählung, die direkt hinter dem Wechselrichter angeordnet und nicht im Zählerschrank eingebaut ist. Einige Netzbetreiber haben schon signalisiert, einer solchen Lösung zuzustimmen.

Einspeisezähler (Z1): Zählung des in das öffentliche Netz eingespeisten Solarstroms
Strombezugszähler (Z2): Zählung des Strombezugs aus dem öffentlichen Netz

  • Der Einspeisezähler Z1 und der Strombezugszähler Z2 können durch einen einzigen Zähler abgedeckt werden, der beide Fließrichtungen getrennt erfasst (Zweirichtungszähler). Diese Lösung ist anzuraten, da möglicherweise im vorhandenen Zählerschrank für zusätzliche Zähleinrichtungen kein Platz zur Verfügung steht und dann ein kostenintensiver neuer Zählerschrank vom Anlagenbetreiber angeschafft werden müsste. Zu beachten ist dabei jedoch, dass das Energieversorgungsunternehmen dann auch das Recht hat, diesen Zweirichtungszähler zu stellen.
  •  Alternativ können 2 Messeinrichtungen mit Rücklaufsperre genutzt werden (auch Teil der BDEW-Empfehlung in der o.g. Ergänzung zur TAB 2007). Der Zähler zur Solarstrom-Netzeinspeisung könnte dann auch vom Anlagenbetreiber gestellt werden. Aber Achtung: Da diese Zähleinrichtungen in einen Zählerschrank platziert werden müssen, könnte ein zusätzlicher Platzbedarf zu Mehrkosten führen.

Allgemeine Infos zu Zähleinrichtungen finden Sie auch unter www.sfv.de/stichwor/Stromzae.htm

Abrechnung bei Eigenverbrauch:
Immer dann, wenn man den Solarstrom ganz oder teilweise selbst verbrauchen möchte, muss folgende Abrechnung durchgeführt werden:
(1) Abrechnung des eigenverbrauchten Solarstrom
= (Zs - Z1) * 25,01 Ct
(2) Abrechnung des netzeingespeisten Solarstrom
= Z1 * 43,01 Ct
(3) Abrechnung des Strombezugs (erfolgt durch das Energieversorgungsunternehmen)
= Z2 * Strombezugskosten (z.B. 20 Ct)

Abrechnung des Solarstroms bei Volleinspeisung
Wenn Sie den erzeugten Solarstrom zeitweise nicht selbst verbrauchen möchten (z.B. wenn die Strombezugskosten unerwarteter Weise doch sinken), können Sie von der in § 8 Abs. 2 EEG 2009 festgelegten Regelung zur kaufmännisch-bilanzierten Durchleitung durch Arealnetze Gebrauch machen. Die Abrechnung wird - ohne Umbau der technischen Einrichtung - in folgender Weise durchgeführt:
(1) Abrechnung des erzeugten Solarstrom
= Zs * 43,01 Ct
(2) Abrechnung des Strombezugs (erfolgt durch den Energieversorgungsunternehmen)
= Z2 - Z1 + Zs * Strombezugskosten (z.B. 20 Ct)

Solarstrom-Verbrauch durch "Dritte"
Der Gesetzgeber gibt in § 33 (2) EEG 2009 vor, dass auch dann der eigenverbrauchte Solarstrom in Höhe von 25,01 Ct/kWh vergütet werden soll, wenn er durch Dritte verbraucht wird, die sich in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden. Diese Lösung könnte für diejenigen interessant sein, die Mieter oder weitere in der Nähe befindliche Stromverbraucher mit Solarstrom versorgen wollen. Denkbar wäre auch, dass man am Haus eine Solarstrom-Tankstelle für Elektroautos errichtet und den Strom zum Verkauf anbietet. Zu beachten ist allerdings, dass der wirtschaftliche Betrieb der Anlage nur dann gegeben ist, wenn Drittverbrauchern der genutzte Solarstrom auch mindestens in Höhe der vermiedenen Strombezugskosten (Achtung: Bruttobetrag!) in Rechnung gestellt wird.
Um Streitereien aus dem Weg zu gehen, müsste bei mehreren Mietparteien eventuell auch noch geregelt werden, welcher Anteil des erzeugten Solarstrom jeder Wohneinheit theoretisch "zusteht".

Umsatzsteuerliche Behandlung bei Eigenverbrauch
Anlagenbetreiber haben die Möglichkeit, sich die bei der Investition der Anlage geleistete Umsatzsteuer von 19% zeitnah vom Finanzamt zurückerstatten zu lassen. Im Gegenzug müssen sie die vom Netzbetreiber zzgl. der Einspeisevergütung ausgezahlte Umsatzsteuer regelmäßig an das Finanzamt weiterreichen. Diese steuerliche Variante ist für viele Anlagenbetreibern reizvoll, so dass rege davon Gebrauch gemacht wurde.
Auch Anlagenbetreiber, die ihren Strom selbst verbrauchen, sollten die Umsatzsteuer geltend machen können.

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FAZ, 11.05.2009

Selbstversuch mit Tesla S - Mein iPod fährt zweihundertzehn

 von Nils Minkmar

Tesla S
Ist kein Apple, bekommt aber Energie aus derselben Quelle: Der Tesla S fährt mit Strom aus Laptop-Batterien

Ist kein Apple, bekommt aber Energie aus derselben Quelle: Der Tesla S fährt mit Strom aus Laptop-Batterien

10. Mai 2009 Vielleicht muss man diese Geschichte dort beginnen, wo die Revolution nicht stattfindet: Am Schalter der Autovermietungen des Flughafens von Los Angeles.

In Los Angeles braucht man ein Auto. Die Stadt ist ein Gewirr von Straßen, in dem man dort, wo ausnahmsweise nicht Auto gefahren wird, Häuser aufgestellt hat. Ohne Auto von Malibu nach Santa Monica und von dort nach Arcadia zu kommen, ist ungefähr so schwierig, wie mit dem Auto quer durch Venedig ans Meer zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal tanken: Drei Euro, bitte!

Vielleicht das, was am Santa Monica Boulevard Nummer 11161 gezeigt wird. Seit einem Jahr hat das Unternehmen Tesla hier einen Showroom und eine Werkstatt - und die kleinen weißen Wagen, die hier stehen, sehen nicht nur aus, als wären sie iPods auf Rädern, sie sind das genaue Gegenteil des klassischen amerikanischen Autos. Der Name Tesla ist eine Hommage an den Ingenieur Nicola Tesla, der den zweiphasigen elektrischen Generator entwickelte und die Verbreitung des Wechselstroms möglich machte, denn das Bahnbrechende des Tesla ist sein Antrieb - der Elektromotor bezieht seine Leistung aus 6831 wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus, wie man sie aus Laptops und Mobiltelefonen kennt. Je nach Fahrweise kommt man damit um 350 Kilometer weit, dann lädt man drei Stunden - und zahlt für diese Tankladung drei Euro.

Natürlich gibt es Skeptiker, die dem Konzept kritisch gegenüberstehen, nach der Haltbarkeit von Motoren und Geschäftsmodell fragen. Wie immer bei völlig neuen Dingen weiß man nicht, wie sie sich in ein paar Jahren machen, das war beim Katalysator so und beim Eiffelturm, dem man auch prophezeite, irgendwann umzufallen. Immerhin glauben seriöse Institutionen an die Tesla-Technik, die von Martin Eberhard, einem Enkel jüdischer Emigranten aus Deutschland, entwickelt wurde: Daimler wird, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, für seinen Elektro-Smart bei Tesla Lithium-Ionen-Batterien kaufen. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Instituts für Klimaforschung in Potsdam, erklärt in der ADAC-Zeitung, dass die „Naturgesetze nicht gegen den Elektromotor sprechen, im Gegenteil: 95 Prozent der Primärenergie können als Vorschub genutzt werden, während selbst beim effizientesten Benzinmotor mindestens drei Viertel der wertvollen Energie verpuffen“. Selbst im worst case, also wenn die Energie für den Tesla aus Kohlekraftwerken kommt, ist der Elektrowagen doppelt so energieeffizient wie ein Hybridauto - und deutlich schneller. Die Teslas (sowohl das zweisitzige Sportmodell als auch das Kombi-Coupé „S“, das rund 40.000 Euro kosten, sieben Passagiere beherbergen und mit einer Ladung 480 Kilometer weit kommen soll) hängen in der Beschleunigung die meisten Sportwagen ab, der Motor dreht auf 14.000 Touren. 350 Kunden fahren einen Tesla, George Clooney hat einen bestellt, tausend sind auf der Warteliste, und mit der Masse sinken die Produktionskosten - das sind die Nachrichten, die Elon Musk, Chairman der Firma, verkündet. In der Finanzkrise gab es Gerüchte über eine Pleite. Man habe sich bei den Kosten verrechnet, das Management wurde ausgewechselt, die Überhitzung der Motoren habe man im Griff - jetzt, erklärt Musk, sei man auf einem guten Weg. Finanziert wird das Unternehmen von Google-Gründer Larry Page, dem Ebay-Milliardär Jeff Skoll und dem Hyatt-Vorstandschef Nick Pritzker; Musk selbst, Mitgründer des Online-Bezahldienstes Paypal, der 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay verkauft wurde, stieg mit 27 Millionen Dollar ein, weiteres Geld kam vom Risikokapitalverwalter Vantage Point und der Investmentbank J. P. Morgan - Adressen, die etwas von ihrem Glanz eingebüßt haben.

Tesla S Seitenansicht
Alles wirkt leicht, aluminiumglatt, es ist das gleiche Erstaunen wie beim iPod, beim Besteigen eines Raumschiffs

Memento Mori einer untergehenden Kultur

Alles wirkt leicht, aluminiumglatt, es ist das gleiche Erstaunen wie beim iPod, beim Besteigen eines Raumschiffs

Also ein Mietwagen. Jeder braucht einen, zu Hunderten stehen die Geschäftsleute Schlange, um sich eine halbe Stunde später in genau der gleichen Aufstellung, nur diesmal umhüllt von zwei Tonnen amerikanischem Blech, Plastik und schlechtem Design, im Stau wiederzutreffen. Der Parkplatz von National und Hertz sieht aus wie das Memento Mori einer untergehenden Kultur: Chevrolet, Chrysler - die Karossen, die hier stehen, haben nichts zu tun mit den Traumwagen der fünfziger und sechziger Jahre. Die Motoren der amerikanischen Autos, die man 2009 mieten kann, sind steinzeitlich, das Design ist so depressiv, als wüssten die Autos, wie schlecht sie sind. Das Innere des - als offenbar letzter Versuch, sonnige Assoziationen herbeizuzwingen, kanariengelb lackierten - Chevrolets, den man uns gibt, ist ein Panorama des Schreckens: Holzimitat, Plüschsessel, Plastikhebel, tausend Knöpfe, Lämpchen - es ist die gleiche überfüllte Gemütlichkeit, die man aus den Wohnzimmern der auf Pump gekauften Häuser kennt; alles extralarge, extrakomfortabel, extraschwer. So wie in diesem Chevy müssen sich die Römer der Verfallszeit in ihren viel zu schweren Rüstungen gefühlt haben.

Im Stau stehen all die Autos, die jetzt keiner mehr haben möchte, die SUVs, die oft fast drei Tonnen wiegen, 25 Liter auf hundert Kilometer brauchen. Hätten amerikanische Autos denselben Durchschnittsverbrauch wie Autos in Italien, wären die Vereinigten Staaten von Erdölimporten aus der arabischen Welt unabhängig. Langsam bemerkt man im Land des SUVs die böse Dialektik dieser Autos: Es war nicht nur ein Akt des ökologischen Bewusstseins, sondern auch einer des politischen Feingefühls, dass Arnold Schwarzenegger seinen Hummer-Geländewagen, mit dem er auf den Boulevards von Hollywood als Actionheld posierte, einmotten ließ, als etliche seiner jungen Wähler in baugleichen Fahrzeugen im Irak starben. Sogar die Namen der SUVs wirken jetzt unheilvoll. Eins heißt „Avalanche“, „Lawine“, eins von Ford „Escape“. Obama fährt privat einen „Escape“ mit umweltfreundlichem Hybridmotor; die konkursbedrohten US-Hersteller stopfen jetzt eilig Hybridmotoren in ihre schweren Geländewagen, was so effektiv ist, wie mit einer Wasserpistole auf ein brennendes Haus zu zielen; und was hat es zu bedeuten, wenn ein Präsident ein Auto fährt, das „Flucht“ heißt? Es geht eine Epoche zu Ende, die Metallsaurier werden sterben, die Ritterrüstungen zusammenbrechen. Und was kommt dann?

Ist das ein Spaß, Mann?

Wer sich in einen Tesla setzt, sieht schnell, dass wenig an ein normales, mit Knöpfen, Leder und Holzimitat überladenes Auto erinnert. Der Sitz wird manuell verstellt, alles wirkt leicht, aluminiumglatt, es ist das gleiche Erstaunen wie beim iPod, beim Besteigen eines Raumschiffs: Was ist das jetzt für ein Material hier, und dieses blaue Glühen? Dann geht es los.

Der Tankdeckel
Der Tankdeckel

Es ist nicht so, dass man nichts hört: Es saust und pfeift, während man sich auf den San Diego Freeway katapultiert, man wird von einer geisterhaften Macht angeschoben, so wie beim Wellenreiten. Zu einem Porsche verhält sich der Tesla wie ein Surfbrett zu einem Motorboot. Am Sunset Boulevard winkten die Menschen, als sei das Auto Obama in Blech, ein Bote des „Change“; am Bellagio Drive stieg einer an der Ampel aus seinem Audi und berührte andächtig die Fahrertür und fragte: „Hey, is it fun, man?“ Es ist nicht lange her, da hätte man das für eine vollkommen illegitime Frage an ein ökologisches Produkt gehalten. Die Öko-Bewegung war traditionell fortschrittsfeindlich, sie sah im Hightech eine naturausbeutende, technokratische Ideologie, der sie das vormoderne Idyll selbstversorgender Bauerndörfer entgegensetzte, nicht ohne den lustfeindlichen Pietismus, das Muffige, Enge, oft Xenophobe jener ruralen Referenzsysteme mit zu übernehmen.

Dass Ökologie nicht nur Verzicht, Reue, Entsagen und „Zurück“ bedeuten muss, ist eine recht neue Erkenntnis, und eine wichtige - denn der Misserfolg ökologischer Produkte lag auch am eingebauten Depressionsfaktor. Energiesparende Architektur heißt „Passivhaus“, Öko-Autos wie der „Mindset“ sehen aus wie Tupperdosen mit Fahrradreifen; so etwas kaufen die Leute trotz intensiver Umwelterziehung nicht. Produkte wie der Tesla zeigen, dass Ökologie und Hightech, Sparen und Spaß keine Gegensätze sein müssen; das ist vielleicht ihre wichtigste Innovation.

 

Das Schweben der Feen

Rücklichter
Zu einem Porsche verhält sich der Tesla wie ein Surfbrett zu einem Motorboot

Aber wo soll der Strom für die Elektroautos herkommen: Kohle? Atomkraft? Dann wäre der Öko-Effekt wieder hin. Problem gelöst, sagt man bei Tesla, man organisiere den Kunden gern eine Solaranlage für Dach oder Garten, im zweiten Schritt werde über lokale Aufladestellen nachgedacht, die Strom aus regenerativen Quellen anböten. „Dreißig Quadratmeter reichen, um den Tesla für den täglichen Gebrauch zu tanken“, sagt Craig Davis von Tesla Deutschland.

Wenn man fährt, schaut man durchs offene Dach des Tesla in die Gesichter der Menschen, die in den schweren Trucks sitzen, wie einer, der aus der Zukunft ins Mittelalter gebeamt wurde, auf die ächzenden Pferdefuhrwerke schauen würde. Dies hier ist anders: spürbar leicht und ungeheuer schnell, auf eine verwirrend lautlose Weise. Die Geschichte des Automobils ist auch eine der Geräusche: Der Futurist Marinetti sah eine neue „Herrlichkeit der Welt“ im „aufheulenden Auto“, der röhrende Sportwagen machte seinen Fahrer zum akustischen Herrn über das, was Kant als Ästhetik des Erhabenen beschrieb, „sich aufthürmende Donnerwolken, mit Blitzen und Krachen einherziehend, Vulcane, Orkane . . . der gränzenlose Ocean, in Empörung gesetzt“ - all das schien aus dem Auspuff eines Porsche zu kommen. Ganze Entwicklungsabteilungen kümmern sich nur ums erhabene Röhrgeräusch.

Andere wollten schon früh die postindustrielle Illusion erzeugen, ihre Energie habe nichts mit Explosion und Verbrennung, Ruß und Krach zu tun. Alfred Nobel, der Meister des großen Knalls, überzog die Reifen seiner Kutsche und die Hufe seiner Pferde mit Gummi, um lautlos, wie ein Geisterschiff, durchs nächtliche Paris zu gleiten, die Rolls-Royce-Chefs erklärten um 1910 das Schweben der Feen zum Ideal des Autos; sie wollten „speed with silence, absence of vibration, the mysterious harnessing of great energy“. An diese andere, von der Romantik in die futuristische Moderne ragende Tradition des geisterhaft Leisen knüpft Tesla mit seinen beiden Modellen an.

Als wäre er ein Song von den Beach Boys

Er hebelt die akustische Überbietungsrhetorik aus, die das Auto seit seiner Erfindung prägt: Galt beim Motorensound bisher „je mehr, desto besser“, so beschämt der Tesla die Ferraris und ihr Superbenzinbelcanto durch Totalunterbietung. Autos wie die von Tesla sind auch ein wichtiger Schritt heraus aus dem Jammertal der von Terrorangst und Wirtschaftskrisen geplagten nuller Jahre, die musikalisch und im Design die sechziger Jahre beschworen. Am Steuer des einzig erfolgreichen amerikanischen Autos, des Retro-Mustangs, sieht die Welt so aus, als gäbe es hinter der Windschutzscheibe nur good vibrations und klare Feindbilder, nämlich Kommunisten und zu langsame Autos, und der V8-Motor bollert dazu seinen Bass über die Auspuffterzen, als wäre er ein Song von den Beach Boys.

Amerika drohte zum Museum seiner eigenen Zukunftsträume zu werden - jetzt kommt endlich etwas Neues. Was der iPod für die Musik ist, der Übergang von der schwarzen zur weißen, von der Epoche der CD-Spieler zur digitalisierten der Downloads, das ist der Tesla für die Autowelt: der Übergang vom öligen Verbrennungsmotor zum lautlosen Laptopantrieb.

So fühlte sich die Welt vor fünf Jahren noch nicht an: iPod und Tesla sind Objekte, die den Möglichkeiten ihrer Zeit eine Form geben - wie 1955 die Citroën DS. Deren Konstrukteur André Lefèbvre wurde einmal gefragt, ob die DS das Auto von morgen sei. Er antwortete: „Nein, das ist das Auto von heute, alle anderen Autos sind von gestern.“

Text: F.A.S.

Bildmaterial: Dewhurst Photography, Tesla

Quelle: Frankfurter Allgemeine FAZ.net

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Windenergieforschung

Startschuss für Fraunhofer-Institut und ISET
Spitzencluster mit internationaler Ausstrahlung gegründet

                                                                                                                                       BMU, Berlin, 06. Februar 2009

Die Forschung zur Windenergie in Deutschland wird gebündelt und massiv ausgeweitet. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, die Bremer Wissen¬schaftssenatorin Renate Jürgens-Pieper, der niedersächsische Wissenschafts¬minister Lutz Stratmann und Fraunhofer-Präsident Professor Hans-Jörg Bullinger gaben heute den offiziellen Startschuss für das neue Fraunhofer-Institut für Windenergieforschung und Energiesystemtechnik IWES. Das Institut hat seinen Hauptsitz in Bremerhaven. Im Laufe des Jahres soll das Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) integriert werden und das IWES damit einen zweiten Standort erhalten. Eine enge Kooperation mit den Universitäten Hannover, Oldenburg, Bremen und Kassel sorgt dafür, dass insgesamt ein Spitzencluster mit internationaler Bedeutung entsteht, der alle Bereiche der Windenergieforschung abdecken kann.

Bundesumweltminister Gabriel: „Die deutsche Windenergieforschung ist heute schon Spitze. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass alle vier am Weltmarkt verfügbaren Anlagen der 5 MW-Klasse aus Deutschland kommen. Wir können aber noch besser werden. Bisher war die deutsche Windenergieforschungslandschaft stark zersplittert. Mit dem neuen Fraunhofer-Institut für Windenergieforschung und Energiesystemtechnik IWES schaffen wir einen neuen Akteur, der eine kritische Masse hat, um auch inter¬national in der höchsten Liga mitspielen zu können. Damit machen wir in der Wind¬energieforschung einen großen Schritt nach vorne. Genau das brauchen wir, um die Herausforderungen beim Ausbau der Windenergienutzung im Offshore-Bereich noch besser meistern zu können. Das Bundesumweltministerium beabsichtigt, den Aufbau des neuen Instituts in den nächsten fünf Jahren mit rund 25 Millionen Euro zu unterstützen.“

Fraunhofer-Präsident Professor Hans-Jörg Bullinger: „Wir stellen uns den Heraus¬forderungen, entwickeln Windkraftanlagen in der Leistungsklasse über 5 MW für den rauen Offshore-Einsatz und arbeiten an robusten Stromnetzen. Was wir heute in der Forschung erreichen, kann rasch umgesetzt werden und die Spitzenstellung der deutschen Unternehmen ausbauen.“

Bremens Wissenschaftssenatorin Renate Jürgens-Pieper: „Mit dem neuen Fraunhofer-Institut für Windenergieforschung und Energiesystemtechnik verfügt das Land Bremen nun über drei leistungsstarke Fraunhofer-Institute. Dies ist ein Ausweis dafür, dass die Kompetenzen des bremischen Wissenschaftssystems und die Kooperationsfähigkeit mit der Wirtschaft auch überregional gesehen und anerkannt werden. Wir stärken mit diesem Institut insbesondere den Wirtschaftsstandort Bremerhaven, der für die anwendungsbezogene Forschung vorzügliche Bedingungen bietet. Bereits jetzt hat sich im Nordwesten ein Netzwerk von 170 Unternehmen der Windenergiebranche angesiedelt. Aber auch die Ausbildung ist im Fokus: Zum Wintersemester 2009/2010 wird an der Hochschule Bremerhaven zusätzlich zu dem schon bestehenden Bachelor¬studiengang auch ein Masterstudiengang Windenergietechnik eingerichtet. Bremerhaven ist damit der einzige Standort in Deutschland, der auf Bachelor- und Masterniveau Ingenieure für die Windenergiebranche ausbildet. Die notwendige windenergiespezifische Grundlagenforschung wird gemeinschaftlich an den Universitäten Bremen – mit den Schwerpunkten Generatoren und Getriebe –, Hannover, Oldenburg und Kassel erbracht werden. Damit ist eine breite universitäre Basis vorhanden, die als starker Partner der anwendungsorientierten Fraunhofer-Forschung fungieren wird. Das ist bundesweit einmalig.“

Niedersachsens Wissenschaftsminister Stratmann: „Die Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen und das Fraunhofer-Institut IWES sind das neue Zentrum der Windenergieforschung in Deutschland. Universitäten und IWES sind Partner auf Augenhöhe: Das ist eine neue Dimension der Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Fraunhofer-Gesellschaft. Niedersachsen und Bremen sind schon jetzt die führende Windenergieregion in Deutschland. Mit dem neuen Cluster wird der Nordwesten auch zur führenden Forschungsregion in Sachen Windenergie. Grundlagenforschung, Ausbildung, Transfer und innovative Unternehmen decken die gesamte Innovationskette im Bereich Windenergie ab. Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunftsbranche Energie und für die wirtschaftliche Entwicklung im Nordwesten. Niedersachsen als das Windenergieland in Deutschland unterstützt den Cluster mit bis zu 12 Millionen Euro in den kommenden Jahren.“

Das neue Fraunhofer-Institut für Windenergieforschung und Energiesystemtechnik hat bereits am 1. Januar 2009 seinen Betrieb in Bremerhaven aufgenommen. Herzstück sind dort das bisherige Fraunhofer Center für Windenergie und Meerestechnologie CWMT und das zugehörige Rotorblatt¬kompetenzzentrum, das mit Mitteln des Bundesumweltministeriums und des Landes Bremen von insgesamt 16,9 Millionen Euro Millionen aufgebaut wurde.

Im Laufe des Jahres kommt als zweites Standbein das Kasseler Institut für Solare Energie¬versorgungstechnik (ISET) dazu und bringt insbesondere seine Kompetenz im Bereich der Integration der Windenergie in das Stromversorgungssystem ein. In den nächsten Jahren soll das IWES insgesamt systematisch weiterentwickelt werden und die gesamte Wertschöpfungskette der Windenergie vom Material bis zur Netzintegration abdecken. Ergänzt wird der neue Spitzencluster durch eine enge Kooperation mit den Universitäten Hannover, Oldenburg, Bremen und Kassel, die sich auch in gemeinsamen Berufungen niederschlägt. Damit werden Grund¬lagenforschung und anwendungsorientierte Forschung optimal miteinander verzahnt.

In den nächsten Jahren soll das Institut systematisch weiterentwickelt werden. Die Forscher im IWES entwickeln unter anderem Prüfverfahren für Windkraftanlagen: Sie sind zum Beispiel auf überdimensionale Materialtests spezialisiert. Um Rotorblätter untersuchen zu können, wurde eine 85 Meter lange und 25 Meter hohe Halle eingerichtet. Die Prüfeinrichtung ist eine der größten der Welt. Experten verschiedener Disziplinen arbeiten zusammen: Die Ingenieure in Bremerhaven bringen ihre Erfahrungen mit Prüfung und Simulation von Materialien und Komponenten ein, während die Forscher vom ISET in Kassel an elektrotechnischen Fragestellungen arbeiten. Eines ihrer Spezialgebiete ist die Integration von Windstrom in die Versorgungsnetze.

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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leitstudie 2008

Weiterentwicklung der "Ausbaustrategie Erneuerbare Energien" vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaschutzziele

Institut für Technische Thermodynamik, Dr. Joachim Nitzsch

Leitstudie 2008 (komplett)

www.dlr.de/Portaldata/1/Resources/portal_news/newsarchiv2008_5/Leitstudie2008_unters.pdf

Leitstudie (Zusammenfassung)

www.dlr.de/Portaldata/1/Resources/portal_news/newsarchiv2008_5/Leitstudie2008_Zusammuergeb.pdf

Leitstudie 2008 (Ergebnisse)

http://www.dlr.de/Portaldata/1/Resources/portal_news/newsarchiv2008_5/Leitstudie2008_zentralergeb.pdf

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FAZ vom 21. Januar 2009

Obamas Amerika - Jetzt beginnt das grüne Zeitalter

Von Joachim Müller-Jung, Leiter der Redaktion Naturwissen-schaften

Vor ein paar Wochen haben die Vereinten Nationen dem neuen amerikanischen Präsidenten die Pointe für seine grüne Revolution geklaut: „Green New Deal“, das klingt wie die Überschrift für den neuen amerikanische Traum, es ist aber der Titel, den sich die UN-Umweltbehörde für ein viel umfassenderes, nämlich weltumspannendes Ökoinvestitionsprogramm ausgesucht hat. Es geht um Abermillionen Jobs in den Umweltbranchen, um das Ende von Regenwaldrodungen, um Energiesparoffensiven und um Katastrophenvorbeugung. Kurz, es geht um einen Rettungsplan, wie er einem von Obamas Vorgängern, Franklin D. Roosevelt, nach Börsencrash und Weltwirtschaftskrise für sein Land in den Sinn gekommen und im Sommer 1932 verkündet worden war: Der „New Deal“ wurde zum amerikanischen Idiom.

Jetzt also ist der Tag gekommen, an dem auch Barack Obama in den grünen Handel einsteigt. Kaum eine andere seiner angekündigten Reformen wird diesseits des Atlantiks so sehnlichst erwartet wie dieser Schritt, der die Neudefinition der amerikanischen Umweltpolitik voraussetzt. Keine andere auch könnte einen so radikalen, sichtbaren Wechsel bewirken.

Tatendrang allenthalben

Die globale Wissenschaftsgemeinde jedenfalls war in den vergangenen Wochen in ihrer Vorfreude von Glückshormonen regelrecht beseelt. Auf die Frage eines Bloggers der „New York Times“, wie realistisch die Ankündigung Obamas sei, die Produktion umweltschonender Energie im Land innerhalb von nur drei Jahren zu verdoppeln, sagte der Kongressabgeordnete und Plasmaphysiker Rush Holt: „Natürlich ist das erreichbar.“ Was für eine Frage? Holt erinnerte an den Zweiten Weltkrieg, „als wir es plötzlich geschafft haben, ein Schiff in einem Tag zu bauen, als wir eine ganze Ökonomie zum Bau der Atombombe auf die Beine gestellt und die mächtige amerikanische Automobilindustrie in nur zwei Jahren hochgezogen haben“.

Der desaströse Sturm, der sich in der Bush-Ära in den Laboren und Hallen der wissenschaftlich-technischen Eliten Amerikas zusammenbraute, hat sich von heute auf morgen verzogen. Tatendrang allenthalben. Das sind ideale Voraussetzungen für schnelle Ergebnisse. Angeführt von der amerikanischen Klimaforschung, die in der internationalen Umweltdiplomatie schon lange - und abweichend von der offiziellen Linie Washingtons - das Wort für einen radikalen Wechsel hin zum umweltschonenderen Energieverbrauch führt, sind viele kleine und die wichtigsten unter den großen Ingenieursschulen und Forschungslaboren auf der Höhe der ökologischen Zeitrechnung angekommen.

Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Dollar

Obamas Energieminister Steve Chu ist in dieser Wandel auf den Leib geschnitten. Der erste Physik-Nobelpreisträger mit einem Ministeramt in Washington hat das Lawrence Berkeley National Laboratory in den letzten Jahren zu einem nationalen Speziallabor für die Erforschung alternativer Treibstoffe und Transportsysteme umgebaut. Aus dem Laserphysiker der Stanford University, der Atome mit Licht gefangen und gekühlt hatte, ist der Vordenker einer technophilen amerikanischen Umweltbewegung geworden. Sein Ansatz: den „Albtraum“ beenden, vor allem die Art, wie man heute aus Kohle Energie gewinnt. Kohle liefert etwa die Hälfte der Primärenergie. Chus Lösungsvorschläge sind den Europäern nicht fremd: umweltfreundliche Energien fördern, kohlenstoffneutrale Kraftwerke, modernere Stromnetze, Energieeffizienz steigern - und damit die Kosten für teurere Anlagen kompensieren -, Kohlendioxid großtechnisch entsorgen, Biosprit aus Pflanzenabfällen gewinnen. Allein dafür hat Obama vor seinem Amtsantritt Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Dollar angekündigt. 

Schon im Jahr 2013 sollen die ersten neun Millionen Liter des neuen Sprits aus Biomasse fließen. Das ist beinahe halb so viel, wie heute bereits aus umstrittenen Energiepflanzen, vorwiegend Mais, gewonnen wird. Von den 825 Milliarden Dollar des vor wenigen Tagen genehmigten Konjunktur-Rettungspakets sind 54 Milliarden direkt für die schnelle Umsetzung der Energierevolution eingeplant. Elf Milliarden davon für die „Smart-Grid-Technologie“ - die computerbasierte Verbesserung von Energieeinspeisung, -weiterleitung und -nutzung -, mehr als sechs Milliarden, um Eigenheime „wetterfest“ zu machen, und noch einmal mehr als doppelt so viel für Energiesparmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden. Der Rest kommt vor allem als Kreditgarantie den Autobatterieherstellern und Ökoinvestoren in der grünen Strom- und Wärmegewinnung zugute. Eine Arbeitsbeschaffungsmaschine für Millionen grüner Jobs, das waren die Worte Obamas. Sie sollen helfen, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um achtzig Prozent zu verringern. 

Kommt der Segen des Kapitals? 

Amerika könnte sich, fielen die ersten Schritte entsprechend groß aus, schnell an die Spitze des „Green New Deal“ katapultieren. Mindestens 1,3 Billionen Dollar Marktpotential für Umweltgüter und -dienstleistungen seien in den nächsten zwölf Jahren zu verteilen. Mit solchen Offerten locken die Vereinten Nationen die Amerikaner ins Boot. Der globale Ökokahn braucht den Schub dringend.

Obama seinerseits hat mit seinen Demokraten die personellen Weichen in Washington für diesen Ökogroßeinsatz gestellt. Die Schaltstellen in Umwelt- und Energiebehörde ebenso wie die in nationalen Forschungsstellen sind neu besetzt oder gehalten, um die ökopolitische Bremsspur, die Bushs Administration etwa im Bundesstaat Kalifornien mit dessen ambitionierten Luftreinhaltungsgesetzen erzeugt hat, möglichst schnell hinter sich zu lassen. Das Einzige, was dem Neueinsteiger im globalen Umweltmonopoly nun noch zum Durchbruch fehlt, sind Taten und der Segen des Kapitals. Von dort allerdings wehte in den vergangenen Tagen ein scharfer Wind nach Washington. Um ein sattes Drittel haben die amerikanischen Banken die Investitionskredite für junge Ökofirmen allein im letzten Quartal zusammengestrichen. 

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Pressemeldung des Bundesumweltministerium (BMU) vom 18.12.09

Forschungsförderung auf Rekordniveau: 150 Millionen Euro für erneuerbare Energien

In diesem Jahr hat das Bundesumweltministerium (BMU) 170 neue Forschungsprojekte zu erneuerbaren Energien mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro bewilligt. Damit stieg das Fördervolumen  im Vergleich zum Jahr 2007 erneut um die Hälfte. „Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für Deutschlands Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien. Wir haben die Forschungsförderung in diesem Jahr massiv ausgebaut. Damit leisten wir auch in der aktuellen Finanzkrise einen Beitrag zur Stärkung unserer Unternehmen und steigern zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Die Schwerpunkte der Förderung lagen bei der Photovoltaik und der Windenergie. Hier wurden Projekte in Höhe von jeweils rund 40 Millionen Euro bewilligt. Unter anderem wurde die Gründung des neuen Fraunhofer-Instituts für Windenergieforschung auf den Weg gebracht. Es soll in Kooperation mit den Universitäten Hannover, Oldenburg und Bremen Deutschland als internationalen Standort für Windenergieforschung stärken. In das neue Institut integriert wird auch das vom BMU und dem Land Bremen geförderte Rotorblatt-Kompetenzzentrum des Fraunhofer-Centers für Windenergie und Meerestechnik in Bremerhaven.

Rund 30 Millionen Euro entfielen auf den neuen Förderschwerpunkt „Systemintegration“, mit dem das BMU den wachsenden Herausforderungen zur Integration der Windenergie in die Stromversorgung Rechnung trägt.

Auch in den Bereichen Geothermie, Solarthermie und bei den solarthermischen Kraftwerken wurde das Förderniveau der Vorjahre übertroffen. So ging in diesem Jahr das solare Turmkraftwerk in Jülich ans Stromnetz. Im bayerischen Unterhaching wurde das vom BMU geförderte Geothermieprojekt mit dem Europäischen Solarpreis 2008 ausgezeichnet. Das Kraftwerk versorgt bereits seit 2007 das örtliche Fernwärmenetz. In diesem Jahr nahm es auch die Stromproduktion auf.

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Quelle:Thomas Köhler/photothek.net

Pressemeldung des BMU vom 15.12.2008

Erneuerbare Energien und die Finanzkrise

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sieht gute Chancen, dass die Branche der erneuerbaren Energien aus der gegenwärtigen Finanzkrise gestärkt hervorgehen wird. „Die Finanzkrise wird vorübergehen. Aber der Klimawandel schreitet weiter voran. Die Ergebnisse des Europäischen Rates und der Klimakonferenz in Posen zeigen: Die Staatengemeinschaft wird verstärkt auf den Ausbau der erneuerbaren Energien setzen. Das bietet gerade für die in vielen Bereichen weltweit führenden deutschen Unternehmen riesige Chancen.

Und auch in Deutschland wird die Dynamik nicht nachlassen. Von 2008 bis 2020 rechnen wir mit Investitionen von jährlich rund 12 Milliarden Euro in erneuerbare Energien.“ Dennoch seien gezielte Maßnahmen notwendig, damit die kurzfristigen Finanzprobleme der Branche nicht langfristig schaden.

... Die finanziellen Unsicherheiten bei der Erschließung von Erdwärme sollen minimiert werden. Das Bundesumweltministerium hat eine Förderung dazu auf den Weg gebracht. Es ist angedacht, bis zu 60 Millionen Euro für die Absicherung dieser Risiken zur Verfügung zu stellen.

Die KfW als einer der größten Finanziers erneuerbarer Energien und die Münchener Rück, die als professioneller Risikoträger innovative Deckungskonzepte für neue Technologien anbietet, prüfen in diesem Zusammenhang Optionen zur Zusammenarbeit.

Darüber hinaus erklärten die anwesenden Bankenvertreter, dass sie auch künftig Finanzierungen zu Bedingungen bereitstellen werden, die das Wachstum der erneuerbaren Energien auf hohem Niveau ermöglichen. Hierzu sollen auch die entsprechenden KfW-Programme vermehrt genutzt werden.

Viele mittelständische Unternehmen finden kaum qualifizierte Ingenieure und Facharbeiter speziell für den Bereich der erneuerbaren Energien. Deshalb wird das Bundesumweltministerium kurzfristig ein Konzept für eine Ausbildungsoffensive für die erneuerbaren Energien vorlegen.

www.bmu.de